Sonntag, 23. März 2014

{ICH} Erinnerungen an Sibirien

Hach... ich habe eigentlich so viel zu sagen und zu schreiben, aber ich komme irgendwie nicht dazu. Heute morgen bin ich über einen "alten" Terminkalender (2011) gestolpert und habe darin getrocknete und gepresste Blümchen und eine Art Tagebuchaufzeichnung zu meiner knapp vierwöchigen Exkursion in Sibirien gefunden. Die Aufzeichnungen brechen leider nach einer Woche ab, aber ich werde diese heute abtippen, damit sie nicht irgendwann noch mehr verstauben und ganz in Vergessenheit geraten. Ich kann mich nämlich jetzt schon nicht mehr genau erinnern - und das finde ich sehr schade!




Kurze Erklärung: Mein Herzbetreuer meiner Bachelorarbeit kommt aus Sibirien und im Sommer 2011 organisierte er eine Exkursion zum Baikalsee mit allem drum und dran. Am 23.07.11 machten sich also 20 mutige Biologen auf den Weg nach Irkutsk. Und ich mitten drin :) Für mich war es eine der letzten Uni-Aktionen, sozusagen, die Bachelorarbeit war abgegeben, ich hatte alle Scheine, einzig der Vortrag zur Abschlussarbeit fehlte noch. Auch heute bin ich so froh, dass ich das noch mitgenommen habe - es war ein würdiger Abschluss meiner Unizeit!!!

23.07.
Nach einem Fast-Verschlafen und dann Stress inklusive Dauerregem um 11:15 für unglaublich viel Geld am Flughafen gewesen. Das Anstehen am Check-in war mehr als nervig und nach dazu überraschend. Es waren 20 kg Gepäck inklusive Handgepäck erlaubt. Für mich keine Problem, da ich eh nicht mehr schleppen konnte, aber bei den anderen Mitreisenden ging das große Umpacken los. Nach gefühlten 100 Stunden endlich eingecheckt. Schnelle Zigarette, Passkontrolle, Flieger, Schlafen und Lesen. Die 8 Stunden Flug gingen erstaunlich schnell rum. Um 6:00 Uhr Ortszeit dann endlich in Irkutsk.

24.07.
Natürlich - die Einreise zog sich ewig. Ich war die Vorletzte und S. war tatsächlich der Letzte von unserem Flug, der einreisen durfte. Draußen stand schon S. (ein anderer S., Anm. von Frl. Berger)  mit einer Bayernflagge und Wasser. Unser armenischer Busfahrer brachte uns dann ins Hostel. Mein erster Eindruck: Sehr arm, sehr kaputt, aber irgendwie romantisch, diese Holzvertäfelungen, Schnitzereien und Kirchen. Endlich Frühstück und Kaffee - und dann doch noch ein Willkommensbier, von dem ich dachte ich kann dann noch ein wenig schlafen. Aber Pusteblume. Nach erfrischender Dusche ist es jetzt  in der Sonne vor dem Hostel schön warm. Im Gegensatz zu heute morgen, da hatte es gerade mal 6°C.

25.07.
Nach Tour durch Irkutsk, gefühlten 100 Kirchen, Abends gemütlich zusammengesessen, mit S. im viel zu kleinen Bett geschlafen. Nach dem Frühstück mit dem Bus nach Tuca (oder so) zu einem Freilichtmuseum. Sehr schön. Mit weißem Kamel. Langsam fangen die Mosquitos an zu nerven. Dann weiter zum Baikalsee - der Moment in dem er erschien, war zumindest für mich weniger beeindruckend als erwartet. Auf dem Weg zum See nur Birken. Birken, Birken, Birken. Nett, aber nicht spektakulär. Umso näher wir zum See kamen, desto mehr Zirbelkiefern. Das Landschaftsbild und Straßen erinnern mich an Kanada, allerdings gibt es dort nicht so viele heruntergekommen Hütten.
Der Baikalsee selbst ist schon beeindruckend, vor allem beeindruckend kalt. In Listvyanka gönnten wir uns einen Drink und Omul (Fisch), ich bin entsetzt von dieser Stadt. Das soll ein Urlaubsort sein! Bestehend aus zwei Billig-Märkten, einer Kneipe und einem Museum. Das Baikalmuseum war auch ein Witz: Präsentationen wie in der Schule mit selbstgemalten Plakaten!
Dann das Gepäck und Essen aufs Schiff verladen und in den Süden geschippert.

26.07.
Nach zuviel Wodka am Lagerfeuer mit leichtem Kater am Ufer im Zelt aufgewacht. Geschlafen hab ich ziemlich gut. Nach einem Kaffee und verweigern von Brei (Porridge nannten sie es, aber bähh..), haben wir uns auf den Weg zum Campingplatz gemacht. Dieser Platz besteht aus einer Feuerstelle, einem Küchenzelt, einem Tisch und einem Klohäuschen, einer Kuhwiese inklusive Kuhfladen und Kalb, das direkt hinter unserem Zelt an einem nicht stabil-aussehenden Pflock festgemacht wurde (Anm. von Frl. Berger: Das Kalb hat sich auch irgendwann losgerissen und Äpfel aus meinem Rucksack geklaut). Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Baikalsky. Urwald!

27.07.
Eigentlich wollten wir heute unsere 2-Tagestour durchs Gebirge starten. Eigentlich. Aber es hat die ganze Nacht geschüttet wie die Sau. Da habe ich mich ganz fest zu meiner Mama gewünscht. Gott sei Dank sind wir nicht los, sondern in die Verwaltung zum Filme schauen, Spiele spielen, Kaffee trinken und Kekse essen. Nach dem Mittag noch mal Urwald und Wasserfall. Mosquitos unerträglich, Fliegen auch, aber noch keine Zecken. Haare waschen mit eiskaltem Wasser im Eimer gewaschen. Abends Lagerfeuer. Romantisch.

28.07.
Heute Frühstücksdienst gehabt - ich musste also selbst diesen ekligen Brei kochen. Packen, aufladen, umladen, wandern, Berg. Eigentlich sollte das Gepäck ca. 600 Höhenmeter raufgefahren werden, der Bus kam wegen Matsch nur ca 500 Meter weit. Armer S. musste das ganze schwere Gepäck mit Zelt usw. schleppen. Ich hatte zum Glück nur einen kleinen Rucksack und ein wenig Essen. Dafür musste ich dann das Zelt aufbauen. Fertig war ich trotzdem. Building a field camp und die Russen kochen schon wieder. Sinnlos den Berg hoch, schwitzen und dann im eiskalten Fluss Mamai gebadet. Die Nacht war furchtbar kalt, feucht und unbequem, da genau unter meiner Hüfte ein Ast oder Stein lag, den ich beim Aufbau übersehen hatte. Außerdem lag ich irgendwann nicht mehr allein auf meiner Is(a)o-Matte, da die halt doch viel cooler und bequemer ist...

29.07.
Eigentlich sollte es heute noch mal 900 Höhenmeter in die alpine Stufe gehen, aber M., D., A., S. und ich blieben in unserer Zeltstadt. S. weil sein Knöchel schmerzte (vom Bruch im Jahr davor), ich weil ich S. nicht allein lassen wollte, die anderen weiß ich gar nicht so genau. Jetzt gefällt es mir schon viel besser. Unberührte Natur, Flüsschen, schöne Pflanzen, viele Schmetterlinge (und anderes Getier). So hatte ich mir das vorgestellt. Den Tag verbrachten wir mir Kränzen für unseren "Mamai"-Baum binden, Waschen, Baden und Kochen. Abends wieder Regen. Schüttung die ganze Nacht.

30.07.
Wasser von oben, unten und allen Seiten. Pitschnass. Abstieg. Das Auto kam uns ein wenig entgegen für das Gepäck. S. und ich sind auf der Ladefläche mitgefahren, was aber auch schweinekalt und nass war. Also nicht nur nass, sondern komplett durchgefroren. Zum Glück stand unser Bus, der uns zurück ins Camp brachte, schon da. Warm!!! Im Camp angekommen wurde erst mal gekocht - natürlich. Wir waren dann noch einkaufen, Bier, Zigaretten uuuund die leckersten Berliner mit Karamellfüllung. Ein Traum. Die Mädchen durften in der Verwaltung schlafen, da auch die Zelte pitschepatsche durchnässt waren. Regen, Regen, Regen. Wahnsinn.
Am Abend haben wir noch andere Deutsche getroffen, einer arbeitet im Nationalpark als Helfer, zwei Andere waren auf der Durchreise und wollen noch bis Januar unterwegs sein. Ziel: Soweit östlich wie sie kommen.
Unser Mädchenschlaflager war super! Warm und trocken. So gut geschlafen habe ich das letzte Mal vor gefühlt hundert Jahren, bzw Zuhause, aber das fühlt sich so an, als ob es eine Ewigkeit her wäre.

31.07.
5:30 Uhr aufstehen. Kein Frühstück für die anderen, es gab nur Kaffee, aber damit war ich völlig zufrieden. Um 7.10 Uhr ging unser Zug, jetzt fahren wir gerade die alte Transit-Strecke am Baikal nach Matuy (??) entlang. Wie gesagt, die Landschaft ist schon schön. Dennoch liegt soviel Trostlosigkeit und Armut über diesem Land, dass es mich nicht wirklich glücklich macht, das alles zu sehen. Sie versuchen Farbe und Leben in und an ihre Häuser zubekommen, aber die Traurigkeit ist erdrückend. Und Lächerlich. Irgendwie. Alles ist schief, kaputt und grau. Erdrückend, aber das ist wohl nur mein Empfinden...

An dieser Stelle hören meine Aufzeichnungen leider auf. Ich finde das wirklich schade... Am nächsten Tag feierten wir meinen Geburtstag mit einem sagenhaften Blick, wir wanderten die alte Transsib-Strecke entlang, einige Tage später holte uns unser Schiff ab, wir schipperten nach Olchon, wo man sogar richtig Baden konnte, ich hatte schreckliche Migräne und die Steppe dort oben machte mich zeitweise sogar depressiv. Die letzten Tage verbrachten wir wieder in Irkutsk und noch einmal in Listvyanka. Bei der Ausreise machten sie mir auf einmal Stress, da da nicht München auf meinem Ticket stand sondern Franz-Josef-Strauß. Natürlich bin ich trotzdem nach Hause gekommen. Reine Schikane der Russen um ein wenig Angst zu machen.
Ich erinnere mich gerne an Sibirien zurück, weil es so, und vor allem im Nachhinein, ein so intensiver Trip war. Ich bin mehr als einmal an meine Grenzen gekommen, aber auch das habe ich geschafft. Im Nachhinein sogar ziemlich gut. Der Beweis, dass ich über mich hinaus wachsen kann. Dennoch werde ich sehr emotional wenn ich an diese Zeit denke. Ich denke, deshalb habe ich auch nicht weitergeschrieben - ich war kurz vorm durchdrehen und wollte einfach nach Hause. Auf dem Schiff schlief ich zwei Tage, und auch die Zeit auf Olchon konnte ich kaum genießen, da ich so eine heftige Migräne hatte. Aufgrund von W-Lan-Problemen kann ich die Baikalsee-Bilder nicht hochladen :( Wenn der Wunsch da ist, werde ich mich aber die Tage noch mal hinsetzen und es versuchen.

Donnerstag, 6. März 2014

{BEAUTY} Shellac

Vor zwei Wochen war ich bei der Maniküre und habe meine Nägel mit Shellac bepinseln lassen. Der Lack härtet unter UV-Licht aus und hält dann "ewig". Der Nagel wächst natürlich und das sieht dann irgendwann doof aus... Nach zwei Wochen muss ich sagen: ja! Shellac ist klasse! Ich habe mit Cilit Bang geputzt, war im Büro, hab viele Sachen aufgefrimmelt, bin auch mal hängen geblieben usw... Der Lack hält! Einige wenige Kratzer hat er jetzt zwar, aber so im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Der ganze Spaß hat mich 49 Euro und ca. Anderthalb Stunden gekostet. Langsam muss er jetzt auch wieder runter und ich bin schwer am überlegen, es noch mal zu tun. Man ist zwar dann wieder zwei Wochen auf eine Farbe festgelegt, andererseits sehen die Nägel immer ordentlich aus und man muss keine abgesplitterten Nagellack bei Meetings verstecken... 

Habt ihr Erfahrung mit Shellac? Und kann mir jemand ein Studio in München empfehlen, wo es günstiger ist???

Bild 1: Am Tag der Maniküre
Bild 2 und 3: Zwei Wochen später




Montag, 3. März 2014

{Instagram} Februar

Der kurze, warme Februar ist auch schon wieder rum. Er war so schnell vorbei, dass ich es weder geschafft zu bloggen, noch wirklich viel zu lesen und ja, auch auf Instagram war ich relativ wenig aktiv. Dennoch ein kleiner Rückblick, mit neuen Schühchen von Frollein von Sofa, meiner neuen Küchenwaage von der Schönhaberei (was ein toller Online-Shop!!!), meiner Trauer um meinengeliebten Schildkrötenaschenbecher und andere Herzdinge wie dem ersten biergartenbesuch!  


Sonntag, 2. Februar 2014

{ICH} Flüsterparty

Gestern drehte ich die Zeit zurück und sprang ins Jahr 1924. Glitzer, Federboas, Hosenträger, Stirnbänder, Charleston und Swing! Was für eine tolle Party im Künstlerhaus!



{GELESEN} Pandemonium

Endlich hab ich es geschafft: ich habe "Pandemonium" von Lauren Oliver endlich fertig gelesen. Nach dem ich letztes Jahr den ersten Teil der Amor-Trilogie "Delirium" verschlungen hatte, schlummerte Teil zwei ewig auf meinem iPad rum. Da es diese Woche so eisig war, bin ich öfter mit der U-Bahn zur Arbeit gefahren und hatte also Zeit.
Einmal angefangen,konnte ich nicht mehr aufhören und war Donnerstag Abend damit fertig. Und hab mir natürlich gleich den dritten Teil geladen...

Um was es geht: In ferner Zukunft wird die Liebe als unheilbare Krankheit erklärt. Als Wurzel allen Übels. Findige Forscher konnten die Krankheit heilen, in dem ein Teil des Hirns herausgeschnitten wird. Lena steht kurz vor ihrem Schulabschluss - und der heilenden Prozedur. Als Alex auftaucht, fängt sie an der Richtigkeit der auslöschung von Liebe zu zweifeln, denn sie verliebt sich! Alex ist übrigens ein Invalider, ein nicht geheilter, und verliebt sich ebenfalls. Gemeinsam beschließen sie zu fliehen und sich dem Widerstand anzuschließen. 

Im zweiten Teil ist Lena nun aktiv beim Widerstand dabei... Etwas verwirrend am Anfang: die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, jetzt und damals. Jetzt: Lena ist wieder in der Zivilisation und kämpft aktiv gegen den Irsinn und für die Liebe.
Damals: erzählt die Ereignisse in der Wildnis, also zwischen Flucht und Jetzt.

Mehr möchte ich gar nicht verraten - die Geschichte ist spannend und klug aufgebaut. Wer diese Art von Bücher mag, wird von der Amor-Trilogie nicht enttäuscht sein.